Geschichtliche Gründe für Nordkoreas Verhalten

Das kommunistische Land Nordkorea ist für viele ein „rotes Tuch“. Immer auf Streit aus und eine Bedrohung für den Weltfrieden. Dank weitreichender, einheitlicher und prowestlicher Propaganda würde man das kaum hinterfragen.

Tatsächlich verhält sich Nordkorea auf eine gewisse Weise aggressiv, aber es handelt sich dabei nicht um Aktionen, sondern um Reaktionen. Die gegenwärtige Verteidigungspolitik Nordkoreas hat Gründe, und wenn man sie kennt, versteht man auch, warum sich Nordkorea bedroht fühlt. Nordkoreas Atomwaffenprogramm wird aus denselben Gründen geführt wie das Atomwaffenprogramm des Westens. Es dient zur Abschreckung. Es ist die „rote Linie“, die sagt: „Greift uns an, wenn ihr das Echo vertragt.“

Dieser Text soll weder Kim Jong Un als Herrscher Nordkoreas verteidigen, noch die Verwendung von Atomwaffen schönreden. Es geht lediglich um die Vorgeschichte, die dem Leser helfen soll den Konflikt besser zu verstehen. Einen Großteil der Konflikte dieser Welt betrachtet man in einem anderen Licht, wenn man neben der Propaganda auch die Geschichte kennt.

Annektion durch Japan (1905-1945)

Nach dem Shogunats um 1868 transformierte sich Japan von einer feudalen Gesellschaft zu einem modernen Industriestaat. Dazu schickte Japan ihre Landsleute, speziell auch Studenten, in die westliche Welt, damit diese dort deren Know-How erlernen konnten und nach Japan brachten. Das geschah nicht nur, um eine ausländische Dominanz in Japan zu verhindern, sondern auch um mit westlichen Mächten mithalten zu können.[1]

Korea dagegen isolierte sich auch weiterhin von ausländischen Einflüssen, wies Ausländer aus, ließ keine ausländische Botschaften zu und feuerte auf Schiffe, die sich Korea näherten. Japan vollzog also eine Modernisierungen, während Korea kein Interesse an Reformen zeigt und so zunehmend auf der Strecke blieb.

Der Konflikt um Korea

Als junge, aufstrebende, regionale Wirtschaftmacht richtete Japan seine Aufmerksamkeit zunehmend auf Korea. Japan wollte verhindern, dass andere Staaten ihren Einfluss in Korea ausbauten, sich als dessen Schutzmacht etablierten oder auch nur Koreas Selbstständigkeit förderten, indem sie dessen Verwaltung und Wirtschaft reformierten. Die Anwesenheit von militärischen Einheiten anderer Staaten hielt Japan für unvorteilhaft ihren eigenen Interessen gegenüber. Daher war Japan fest entschlossen den jahrhunderte-alten, chinesischen Einfluss in Korea zu beenden. Japan erkannte seine eigene zunehmende Abhängigkeit von Nordkorea zum einen wegen der Rohstoffe wie Kohle- und Eisenerz, die für ihre industriellen Bestrebungen nötig waren. Auch die koreanische Agrarwirtschaft war für Japans stark wachsende Bevölkerung zunehmend wichtiger.

Im Jahre 1875 wurde Korea durch die chinesische Qing-Dynastie als unabhängiger Staat anerkannt. Kurz danach zwang Japan Korea, nach mehreren Zwischenfällen und Konflikten, einen Japanisch-Koreanischen Freundschaftsvertrag zu unterzeichnen, wonach sich Korea für den Handel mit Japan öffnen sollte.[2] Jedoch schloss Korea daraufhin ähnliche Verträge mit anderen Ländern.

Die koreanische Bevölkerung war gespalten in Konservative, welche die traditionelle Beziehung zu China fortsetzen wollten, und den Reformern, die sich enger an Japan und westliche Länder binden wollten. Wir können das mit der heutigen Situation in der Ukraine vergleichen. Dort sieht sich der Osten eher bei Russland und der Westen eher bei Europa. Durch die Schwächung China nach mehreren Kriegen (Opiumkrieg, Chinesisch-Französischen Krieg), mussten sie politische Einflussnahme der westlichen Länder zulassen. Um zu verhindern, dass sich dieser Einfluss auf Korea ausweitet, war Japan entschlossen den chinesischen Einfluss in Korea durch seinen eigenen zu ersetzen.

Krise von 1882

Korea stand 1882 aufgrund einer schweren Dürre, die zu Lebensmittelknappheit und Unzufriedenheit unter der Bevölkerung führte, am Rande des Bankrotts. So konnte Korea seine Rechnungen nicht mehr begleichen und sich sein Militär nicht mehr leisten. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und unter den Soldaten wuchs bis es im Sommer schließlich zu Unruhen und Plünderungen der Reislager kam. Der wütende Mob griff Regierungseinrichtungen an, sodass die japanische Gesandtschaft fliehen musste. Als Reaktion schickte Japan Kriegsschiffe und Soldaten nach Seoul, um ihre Interessen zu schützen. Daraufhin schickte China Soldaten nach Korea, um seine Interessen gegenüber den Japanern zu wahren. Am 30. August 1882 schloss man den Vertrag von Chemulpo, wonach Korea Entschädigungen für getötete Japaner an die Familien zahlen musste und die Japaner die Erlaubnis bekamen einen Stützpunkt mit Soldaten zu errichten, um ihre Gesandtschaft in Korea schützen zu können

Gapsin-Putsch

1884 stürzten Reformer, wir würden sie heute vermutlich pro-japanische Seperatisten nennen, die pro-chinesische Regierung in einem blutigen Staatsstreich. Anschließend stürzten die Konservativen mit Hilfe von chinesischer Truppen wiederum die Putsch-Regierung. Bei der Konterrevolution wurden auch die japanische Gesandtschaft und ihre Soldaten angegriffen, was den Streit zwischen Japan und China neu entfachte. Der 1885 abgeschlossene Vertrag von Tientsin konnte den Konflikt jedoch noch einmal befrieden, darin wurde auch der Abzug der Truppen vereinbart. Auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Korea wurden wieder hergestellt. Chinas politischer Einfluss war größer, aber Japan blieb Koreas größter Handelspartner. In der Folgezeit wurden chinesische Telegrafen eingeführt und Korea an das chinesische Telegrafennetz angeschlossen.[3]

Im Frühjahr 1894 wurde der pro-japanische, koreanische Revolutionär Kim Ok-gyun in Shanghai ermordet. Kim war am Gapsin-Putsch beteiligt und nach dessen Scheitern nach Japan geflohen. Schließlich wurde er in eine Falle gelockt und ermordet. Seine Leiche wurde anschließend mit einem chinesischen Kriegsschiff nach Korea geschickt, dort gevierteilt und als Warnung an andere pro-japanische Rebellen öffentlich zur Schau gestellt. Die japanische Regierung war darüber empört und wertete den Vorfall als chinesisch-koreanische Provokation.[4]

Donghak-Aufstand

Der Donghak-Aufstand in Korea, eine Rebellion der Bauern in Joseon, die sich gegen ihre korrupte Regierung wendeten, veranlasste König Gojong am 1. Juni 1894 chinesische Truppen zur Niederschlagung des Aufstandes anzufordern. Da die Chinesen aber nun die Japaner, wie im Vertrag von Tientsin ausgehandelt worden war, nicht informiert hatten, stellte das eine Vertragsverletzung dar. Daher durfte Japan nun legitim reagieren und schickte ebenfalls Truppen nach Korea.[5] Japan wollte gemeinsam mit China die koreanische Regierung reformieren – China lehnte allerdings ab. Die koreanische Regierung verlangte den sofortigen Abzug japanischer Truppen, was von Japan jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin nahm Japan den koreanischen König gefangen, besetzte den königlichen Palast und bildete eine neue pro-japanische  Regierung. Diese neue Regierung verlangte nun den Abzug der chinesischen Truppen und gewährte Japan das Recht, die Forderung gewaltsam durchzusetzen. Die neue koreanische Regierung wurde von China nicht anerkannt und dieser Umstand gilt heute als Grund des ersten „Japanisch-Chinesischen Krieges“. Am 1. August 1894 wurde offiziell der Krieg zwischen Japan und China erklärt.

Die Chinesen verloren den Krieg und flohen nach Pjöngjang, wo China seine Truppen verstärkte, um zumindest den japanischen Vormarsch aufhalten zu können. Doch diese Stellung verloren sie ebenfalls und zogen sich auf chinesisches Territorium zurück.

Der Verlauf des Krieges ist für die koreanische Geschichte nicht weiter interessant, am 17. April 1895 kommt es  zum „Friedensvertrag von Shimonoseki“, in dem China die „volle und umfassende Souveränität und Autonomie Koreas“ anerkennen musste.[6]

China ist nun raus aus Korea und die Regierung ist von den Japanern installiert. Somit hat Japan erfolgreich seine Interessen durchgesetzt und konnte seinen Einfluss deutlich ausbauen.

Russisch-Japanischer Krieg

Die Expansionsbestrebungen Russlands erreichten nach dem ersten Japanisch-Chinesischen Krieg die Region Mandschurei in China – angrenzend an Korea. Russland räumte die von Japan  im „Friedensvertrag von Shimonoseki“ zugesicherte Liaodong-Halbinsel. Der Bau der „Transsibirischen Eisenbau“ verschärfte die Spannungen deutlich, da sie eine schnelle Truppenverschiebung ermöglichen sollte. Zudem pachtete Russland die Liaodong-Halbinsel, um einen Marinestützpunkt aufzubauen. Damit stellte sich Großbritannien auf die Seite Japans, und sicherte ihnen Unterstützung zu. Großbritannien war daran interessiert eine weitere Expansion der Russen einzugrenzen. Die Expansionsbestrebungen erreichten Korea um die Jahrhundertwende. Russland begann mit ersten Wirtschaftsbeziehungen zu Korea. Die Konzentration russischer Truppen in der angrenzenden Region zu Korea, empfand Japan als Bedrohung seiner Interessen. 1903 forderte Japan den Abzug der russischen Truppen aus der chinesischen Mandschurei-Region, was Russland jedoch ablehnte. Ein halbes Jahr später beschloss Japan den Angriff auf den Hafen von Port Arthur (China).

P. F. Collier & Son, Rückzug der russischen Truppen

Der „Russisch-Japanische Krieg“ dauerte von Februar 1904 bis zum Herbst 1905 an. Der genaue Verlauf ist für die Ausführungen weniger wichtig. Mit der „Schlacht von Tsushima“  Mitte 1905 verlor Russland seine Pazifik-Marineflotte.[7]

Anfang September 1905 wurde, mit dem amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt als Vermittler, der „Vertrag von Portsmouth“ unterzeichnet und der Krieg damit beendet. Russland gab Liaoyang und Port Arthur auf, trat die südliche Hälfte von Sachalin an Japan ab und verließ Mandschurei. Korea verblieb damit im Einflussbereich von Japan.[8]

Mit dem Sieg gegen China und anschließend gegen Russland stieg Japans Selbstbewusstsein. Sie haben sich als Regionalmacht etabliert, was bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges anhielt. Es bestärkte Japan auch zunehmend eine expandierende und imperialistische Politik zu betreiben. In China dagegen boykottierte man nun japanische Produkte.

Man fragt sich vermutlich an der Stelle, wie das kleine Japan die Imperien China und Russland besiegen konnte. Das ist aber recht einfach zu erklären. Selbstverständlich hätten beide Länder deutlich mehr Soldaten schicken können und vermutlich gewonnen. Gerade bei den Russen kamen viele militärische Neuerungen zur Anwendung wie das Feldtelefon oder die Maschinengewehrstellung. Allerdings waren Truppenbewegungen zu der Zeit nicht so einfach wie heute. Man kann davon ausgehen, dass China und Russland ihre Ziele für einen kleinen wirtschaftlichen und geostrategischen Vorteil verworfen haben, da Nutzen und Aufwand sich nicht rechneten.

Annexion Koreas

Nachdem Japan jegliche Mitbewerber erfolgreich ausschalten konnte, wurde Korea 1905 japanisches Protektorat. Fünf Jahre später wurde Korea als Kolonie in das japanische Kaiserreich eingegliedert und bekam den  Namen „Chōsen“ – eine Annexion. Korea verblieb bis zur Kapitulation Japans am 15. August 1945 als japanische Kolonie.[9]

Das japanische Protektorat entstand aus der „Zweiten Japanisch-Koreanischen Übereinkunft“, wodurch sich der Einfluss Japans deutlich vergrößerte. Verwaltung und Gerichte wurden zunehmend „japanisiert“. Selbstverständlich gab es auch Widerstand, jedoch war dieser nicht groß genug, um etwas ausrichten. Es handelte sich dabei eher um eine Partisanenarmee, die Anschläge verübte. Heute würden wir sie „Terroristen“ nennen.

Mit der „Vierten Japanisch-Koreanischen Übereinkunft“ im August 1910 wurde die Eingliederung Koreas beschlossen. Der koreanische Kaiser trat die Hoheitsrechte an den japanischen Kaiser ab. Allerdings blieb er danach immer noch König, hatte dadurch aber keine operativen Rechte. Das gesamte koreanische Herrscherhaus wurde vom japanischen abgelöst.

Man sollte aber auch erwähnen, dass es keinen erneuten Widerstand aus der Bevölkerung aufgrund der Annektion gab – erstmal. Das funktionierte, da Japan die Koreaner glauben ließ auf Augenhöhe in das japanische Kaiserreich integriert worden zu sein. De facto wurden aber alle wichtigen Positionen mit Japanern besetzt.

Unter japanischer Herrschaft

Nach der Eingliederung Koreas in das japanische Kaiserreich, siedelten immer mehr Japaner nach Korea um. Korea hatte ca. 10 Millionen Einwohner. Am Ende sind weit über eine halbe Millionen Japaner nach Korea gegangen. Die Kultur der japanischen Gesellschaft wurde nach und nach zur koreanischen Kultur. Tempelrituale wurden zur Pflicht der koreanischen Bevölkerung und die japanische Staatsreligion wurde zur neuen koreanischen Staatsreligion.[10] Auch das japanische Schulsystem wurde in Korea eingeführt, was den Vorteil hatte, dass Bildung nun für alle Gesellschaftsschichten ermöglicht wurde. Nachdem Japanisch die neue Nationalsprache wurde, unterrichtete man ab 1915 auch nur noch in Japanisch. Und auch die Frauen erhielten nun mehr Rechte wie Arbeit und Bildung.

Japan reformierte auch die koreanische Wirtschaft. Förderung von Ressourcen und der Handel wurden deutlich ausgebaut. Entwicklung einer effizienten Landwirtschaft und der Bau von Eisenbahnlinien sollten Koreas Wirtschaft einen deutlichen Aufwind geben. Diese Maßnahmen führten aber auch zur Zwangsarbeit und zur Landenteignung von Bauern.  1932 befand sich bereits über die Hälfte des koreanischen Ackerlandes in japanischer Hand. Fischerei und Forstwirtschaft wurden ebenfalls von japanischen Unternehmen übernommen und modernisiert.

Schon 1919 kam es zu anti-japanischen Unruhen in Korea, was blutig niedergeschlagen wurde und zumindest gesellschaftlich gesehen das Verhältnis zu Japan weiter verschlechterte. Als Folge dessen gründete sich eine Exilregierung in Shanghai, der u. a. auch der spätere südkoreanische Diktator Rhee Syng-man angehörte.

Nach den Unruhen wurde Koreanisch wieder als Unterrichtssprache zugelassen und mehr Koreaner in der Verwaltung eingestellt. Doch um weitere Unruhen zu vermeiden, wurde auch die Polizei deutlich aufgestockt.

Japan wollte mit Korea nicht koexistieren, sondern zu einem Ebenbild formen. Die Japanische Sprache wurde wieder eingeführt und 1938 wurde Koreanisch sogar verboten. Selbst koreanische Namen wurden abgeschafft. Die Bevölkerung wandelte ihre Namen ins Japanische um, weil viele Lebensnotwendigkeiten nur noch mit japanischen Namen möglich wurden. Mitte 1940 waren bereits 80% der koreanischen Namen ins Japanische geändert worden.

Gerade während des Zweiten Weltkrieges hatten koreanische Zwangsarbeiter für Japan eine immer größere Bedeutung. Mehr als 2 Millionen Koreaner, also ein Fünftel der Bevölkerung, wurden für die Arbeit nach Japan geholt. Die japanischen Männer wurden für den Krieg eingezogen, sodass die Fabriken viele leere Stellen zu besetzen hatten, um die japanische Wirtschaft weiter am Laufen halten zu können. Etwa ein Drittel der Opfer bei den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki waren koreanische Zwangsarbeiter.

Zudem wurden koreanische Frauen nach Japan verschleppt, um in Militär-Bordellen die Truppen bei Laune zu halten. Sie wurden beschönigend „Trostfrauen“ genannt, ein Verbrechen, das heute von dem Asia Women’s Fund[11] aufgearbeitet wird, einer japanischen Frauenorganisation.

Ende der japanischen Besatzung

US-Soldaten holen die japanische Flagge vor dem Sitz des Generalgouverneurs in Keijō ein. USS San Francisco, U.S. Navy Photograph

Nach der sich anbahnenden Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg, begann Japan die Verwaltung wieder zurück in koreanische Hände zu geben, um auch einen Abzug der Japanischen Truppen zu erleichtern und ein Machtvakuum in Korea zu vermeiden. Die Koreanische Volksregierung (KVR) mit Yuh Woon-hyung als Vizepremier wurde gegründet.

Offiziell endete die japanische Kolonialherrschaft über Korea mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945 nach den Abwürfen zweier Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Korea wurde am 9. September 1945 an die Siegermacht USA amtlich übergeben. Der japanische Generalgouverneur in Korea wurde am 12. September 1945 offiziell seines Amtes enthoben. Damit ging die japanische Besatzung dann auch offiziell zu Ende.

Rechtskräftig trat Japan zum Inkrafttreten des Friedensvertrags von San Francisco[12] erst im Jahr 1952 die Verwaltungshoheit über Korea ab.

In Nord- und in Südkorea wird der 15. August 1945 offiziell als Tag der Unabhängigkeit gefeiert, obwohl dieser Tag der Beginn einer neuen Abhängigkeit wurde. Die Abhängigkeit der neuen Besatzungsmächte.

Teilung in Besatzungszonen

Noch knapp vor dem Kriegsende kündigte die Sowjetunion (1922 gegründet) den „Neutralitätspakt mit Japan“[13] auf. Dazu verpflichtete sich die Sowjetunion bei den Geheimabsprachen auf der Konferenz von Jalta[14] nach der Kapitulation Deutschlands den Krieg gegen Japan und seine Verbündeten zu eröffnen. Die Rote Armee besetzte im August `45 die Region Mandschurei und im September den Norden Koreas, wo sie eine sowjetische Zivilverwaltung einrichteten.

Gleiches taten die US-Amerikaner im  Süden Koreas. Sie besetzten das Land und lehnten eine Selbstverwaltung durch die Koreaner ab. Alles zum Unmut des koreanischen Volkes auf beiden Seiten, denn die erhofften sich nun endlich staatliche Souveränität nach dem Abzug der japanischen Besatzer.

Das ursprüngliche Ziel beider Besatzungsmächte war eine gesamt-koreanische Regierung zu bilden mit freien Wahlen im ganzen Land, daher übergab der UN-Treuhandrat der Sowjetunion und den USA zunächst die treuhänderische Verwaltung Koreas.[15]

Die Koreafrage wurde vor den Vereinten Nationen verhandelt, was die Sowjetunion für einen Verstoß vorangegangener Abmachungen einschätzte. Daher boykottierten sie weitere Konferenzen zur Koreafrage.

Infolge der Streitigkeiten wurden in den jeweiligen Besatzungszonen separate Wahlen abgehalten, die aber gerade im Süden Koreas boykottiert wurden. Beide Besatzungsmächte errichteten unabhängig voneinander eigenständige Staaten. 1948 wurden die beiden Staaten Republik Korea (Süd) und Demokratische Volksrepublik Korea gegründet. Die Sowjetunion beabsichtigte den Staat nach kommunistischen Vorstellungen umzuformen. Vor allem ging es darum einen Puffer zur neuen USA-Japan-Allianz zu schaffen, die sich langsam bildete.

Beide Länder, Nord- und Südkorea, forderten allerdings vollständige Souveränität beider koreanischer Staaten. Daher zogen die sowjetischen Truppen 1948 und ein Jahr später die amerikanischen aus Korea ab.

Geburt zweier Diktaturen

Rhee Syng-man (*26. März 1875 – † 19. Juli 1965)

Nach den beiden separaten Wahlen wurde Rhee Syng-man der erste südkoreanische Präsident. Jedoch muss man ihn als Diktator klassifizieren, ein verlässlicher Verbündeter der USA im Kampf gegen den Kommunismus, der eine Reihe von Repressionsmaßnahmen in seiner Amtszeit durchführte. Linke bzw. kommunistische Kandidaten wurden nicht zugelassen.

Kim Il-sung (*15. April 1912 – † 8. Juli 1994)

Im Norden Koreas wird Kim Il-sung das neue Staatsoberhaupt. Er galt als kommunistisch-stalinistischer Diktator. In Nordkorea wird Kim Il-sung, Vater von Kim Jong-il und Großvater von Kim Jong-un, auch der „Ewiger Präsident“ genannt. Er regiert Nordkorea immerhin 46 Jahre. Kim Il-sung wurde bereits 1944 von der Sowjetunion gefördert, um ihn auf eine Führungsrolle in Korea nach dem Krieg vorzubereiten. Daher kann man von ausgehen, dass beide Diktatoren nicht gewählt, sondern „installiert“ wurden.

Auf beiden Seiten entstanden also Diktaturen, die eine kommunistisch, die andere anti-kommunistisch. Beide Länder waren für die Wiedervereinigung Koreas, notfalls mit Gewalt, beide konnten jedoch das politische System des anderen nicht akzeptieren.

Zudem hatte Südkorea einen gewaltigen Nachteil. Aufgrund der radikalen Pläne von Rhee Syng-man verweigerte die USA die Aufrüstung der südkoreanischen Armee, wodurch sie einen Angriff Nordkoreas kaum etwas entgegen zu setzen hatten.

Koreakrieg (1950-1953)

Als offizieller Kriegsbeginn gilt der 25. Juni 1950. An diesem Tag überschritten Truppen der Nordkoreanischen Volksarmee die Grenze zu Südkorea. Dem vorangegangen waren mehrere Provokationen beider Seiten im Grenzbereich beider Staaten. Wer im Recht war oder am meisten zur Eskalation beigetragen hat, kann man nicht wirklich sagen. Jede Seite würde etwas anderes behaupten. Häufig wird auch berichtet, dass nur Südkorea an der Grenze provoziert hat, damit die Nordkoreaner angreifen. Allerdings wussten die Südkoreaner auch, dass sie einem Angriff gegen Nordkorea nicht viel entgegenzusetzen hatten. Zumindest gibt es ausreichend Hinweise, dass Nordkorea mit dem Angriff einem südkoreanischen Angriff zuvor kommen wollte, denn beide Länder beabsichtigten sich mit der anderen Seite – notfalls mit Gewalt – zu vereinen und ihre Staatsform durchzusetzen. Kriege brechen häufig im Bezug auf die Angst aus, dass der andere zuerst angreifen könnte. Daher ist das sogenannte „Säbelrasseln“ auch ein Spiel mit dem Feuer.

Da die Nordkoreaner deutlich besser ausgerüstet waren, durch die Sowjetunion hochgerüstet, drangen sie sehr schnell Richtung Süden vor. Währenddessen wurde der Angriff vor der UN verhandelt, als Friedensbruch deklariert und dementsprechend in einer Resolution formuliert.[16] Da die Vetomacht Sowjetunion die Vereinten Nationen immer noch boykottierte, konnte sie einen Militäreinsatz bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat nicht verhindern. Die UN-Truppen waren zu etwa 90 Prozent Amerikaner und wurden auch von den USA befehligt – General Douglas MacArthur.

Bis September 1950 konnte Nordkorea beinahe das ganze Land für sich erobern und kontrollieren. Sofort zu Kriegsbeginn reagierte die USA, flog alle US-Bürger aus Südkorea aus und setzte die amerikanischen Verbände in Japan in Alarmbereitschaft. Etwa 13.000 US-Soldaten wurden aus Japan entsandt, welche aber wenig gegen die nordkoreanischen Truppen ausrichten konnten. Zudem verübten die Amerikaner blutige Massaker (Massaker von Nogeun-ri) gegen südkoreanische Flüchtlinge, was auch für wenig Rückhalt in der Bevölkerung sorgte.[17]

Allein aus logistischer Sicht war eine erfolgreiche Großoffensive der Amerikaner jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Es musste Kriegsgerät transportiert, Soldaten verlegt und vor allem ein Angriffsplan ausgearbeitet werden. Die Kriegsvorbereitungen liefen allerdings sofort an.

Operation Chromite

Die Stadt Incheon wurde für die amerikanische Landung in Korea ausgewählt, allerdings nicht weil sie strategisch gut gelegen ist. Die koreanische Küste war nicht für große Schiffe ausgelegt, viel Auswahl hatte man nicht, und die Gezeitenverhältnisse in Korea erschwerten die Landung zusätzlich. Dazu kam der Zeitdruck, hervorgerufen durch das schnelle Vorrücken der Nordkoreaner in Richtung Süden.

Am 13. September beginnt die Operation Chromite, die Landung der UN-Truppen in Korea. Incheon, eine Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern, konnte noch am selben Tag eingenommen werden. Seoul, das nächste Ziel der UN-Truppen, befand sich nur etwa 30 Kilometer weiter. Zudem wurden die Nachschubwege der nordkoreanischen Streitkräfte abgeschnitten. Noch bis zum Ende des Jahres konnten die UN-Truppen die Nordkoreaner bis zum 38. Breitengrad zurückdrängen, der ursprünglich vereinbarten Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Die Nordkoreaner waren den UN-Truppen zahlenmäßig deutlich unterlegen, zudem war Nordkorea in der Kriegsführung sehr unerfahren.

Chinas Kriegseintritt

Genau wie die USA kein kommunistisches Korea hinnehmen wollte, konnte die Volksrepublik China ein vereinigtes Korea unter pro-amerikanischer Administration nicht dulden, warnten daher vor einer Überschreitung der vereinbarten Grenze am 38. Breitengrad. Die Amerikaner hielten China aber für keine ernsthafte Bedrohung, da die Volksrepublik zu der Zeit noch keine große, ernstzunehmende Militärmacht war, was sie heute ist.

Am 30. September überschritten die Südkoreaner mit den Amerikanern den 38. Breitengrad, ohne UN-Mandat, und drangen sehr schnell in Richtung chinesischer Grenze vor. Zwar ist es kein Geheimnis, dass im Korea-
krieg vor allem Amerikaner, Chinesen und Russen gekämpft haben, aber der Form halber, entsendete China keine regulären Truppen, sondern eine Freiwilligenarmee, damit es sich zumindest offiziell nicht um eine direkte Konfrontation zwischen China und den USA handelte. China konnte die UN-Truppen überraschend schnell zurückdrängen, da die UN-Truppen ihren Gegner unterschätzten und der Angriff sie unvorbereitet traf.

Ermutigt durch Chinas Erfolg, stellte sich nun die Sowjetunion an die Seite Chinas. Sie stellte China eine Luftwaffe an die Seite. Die sowjetischen Piloten flogen unter nordkoreanischer Flagge, weil sie ebenfalls keine direkte Konfrontation mit den USA wollten.[18] Aufgrund des Funkverkehrs wussten die Amerikaner, dass die Sowjetunion dort interveniert, offiziell gab es aber keiner zu. Auch die Sowjetunion wusste, dass die Amerikaner neben dem UN-Auftrag noch ganz andere Ambitionen in Korea hatten. Der Koreakrieg wurde zu einem echten Stellvertreterkrieg, ein Krieg zwischen Kommunismus und Kapitalismus auf dem Rücken der koreanischen Bevölkerung. Wogegen die Chinesen keinen Hehl daraus machten, dass sie die Amerikaner nicht vor der Haustür haben wollten, haben sich die amerikanischen Ambitionen in Korea erst mit der späteren Herausgabe von geheimen Dokumenten gezeigt. Der Kampf galt dem Kommunismus, dessen Verbreitung man verhindern wollte.

US-Präsident Truman ging davon aus, dass sie Nordkorea noch bis zum Ende des Jahres vollständig erobern. Die USA unterschätzten die Chinesen deutlich. China schickte nach der Home-by-Christmas-Offensive der Amerikaner etwa eine halbe Millionen Soldaten nach Nordkorea. Aufgrund seiner Selbstüberschätzung mussten die US-Truppen nahezu fluchtartig den Rückzug antreten. Bis Januar 1951 drang die nordkoreanische Koalition bis knapp hinter die Grenze des 38. Breitengrades vor.

Nach der Frostperiode, auf die die UN-Truppen nicht vorbereitet waren, eroberten sie wieder weite Teile zurück. An der Demarkationslinie am 38. Breitengrad erstarrte die Eroberungsoffensive und wandelte sich zu einem festgefahrenen Stellungskrieg.

Der Kalte Krieg und die Konfrontation der Siegermächte aus dem zweiten Weltkrieg spitzten sich weiter zu, nicht nur in den Vereinten Nationen, sondern auch an der Front. Im geteilten Deutschland ging große Sorge um, schließlich hatte man hier eine ähnliche Situation und fürchtete eine Konfrontation im besetzten Deutschland. Die Deutschen sahen sich in dem koreanischen Schicksal wieder.

Weltweit sorgte man sich über den Ausbruch eines Dritten Weltkrieges, zudem hielt Truman die Sowjetunion eher für die treibende Kraft in Nordkorea als die Volksrepublik China. Truman dachte unter anderem auch über den Einsatz von Atomwaffen nach.[19] MacArthur, Oberkommandeur der UN-Truppen in Korea, verlangte den Abwurf von 34 Atombomben auf chinesische Städte. Diese Zeit wurde in den USA stark von dem republikanischen Politiker und Senator Joseph McCarthy geprägt, der selbst Waffenlobbyist John McCain noch in den Schatten stellte. Er feuerte den Kampf gegen den Kommunismus gewaltig an und bekam von den Medien reichlich Aufmerksamkeit. Man nannte diese Zeit auch die McCarthy-Ära. Die McCarthy-Ära stand für die Verfolgung echter oder vermeintlicher Kommunisten und deren Sympathisanten in den USA. Er schaffte es den Antikommunismus im ganzen Land durch Verschwörungstheorien und Angstmache zu schüren. Schon 1947 sagte er: „Wir befinden uns bereits seit einiger Zeit im Krieg mit Russland, und Russland ist dabei, diesen Krieg schneller zu gewinnen, als dies uns selbst am Ende des letzten Krieges gelang – so dass wir dabei sind, diesen zu verlieren.“

Schlacht von Heartbreak Ridge

Im Sommer wollten die UN-Truppen einen neuen Versuch starten weiter in Richtung Norden vorzustoßen. Zudem wollten sie die Verhandlungsposition der UN in den bereits begonnenen Waffenstillstandsverhandlungen stärken. Dabei kamen auch Flächenbombardements und Napalm im großen Stil zum Einsatz. Napalm ist den Meisten im Zusammenhang mit Vietnam ein Begriff, dabei wurde in Korea mehr Napalm abgeworfen als in Vietnam. Vor allem Zivilisten fielen dem Bombenhagel zum Opfer. Abweichenden Angaben zufolge sind zwischen 500.000 und eine Millionen Menschen dabei gestorben. Zudem wurden wichtige Infrastrukturen und Staudämme bewusst zerstört, was wiederum vor allem die Zivilbevölkerung traf.[20] Die Strategie dahinter ist sehr einfach. Die Regierung soll einknicken, bevor ihr Volk sie am nächsten Baum aufhängt. Das gleiche Ziel haben häufig auch Sanktionen.

Beinahe alle Städte Nordkoreas wurden dem Erdboden gleich gemacht. Etwa eine halbe Million Tonnen warfen die Bomber ab.[21] So ziemlich Jeder verlor ein Familienmitglied für eine bessere Verhandlungsbasis.

Kriegsende (1953)

„In der Zeit vom 25. Juni 1950 bis zum 27. Juli 1953“, hieß es in dem Verdikt des Korea International War Crimes Tribunal am 23. Juni 2001 in New York, als dessen Vorsitzender und Chefankläger der ehemalige US-Justizminister Ramsey Clark fungierte, „kamen nach konservativen westlichen Schätzungen über 4,6 Millionen Koreaner ums Leben, einschließlich drei Millionen Zivilisten im Norden und 500.000 Zivilisten im Süden der Halbinsel. Darüber hinaus gab es erdrückende Beweise der kriminellen, teils genozidmäßig betriebenen US-Politik im Norden Koreas, wo systematisch die meisten Häuser und Gebäude durch US-Artilleriefeuer und Luftangriffe in Schutt und Asche gelegt wurden, wo US-amerikanische und südkoreanische Verbände gemeinsam brutal gegen Zivilisten und Kriegsgefangene vorgingen, wo mutwillig lebensnotwendige Einrichtungen des öffentlichen Lebens und wirtschaftliche Produktionsanlagen zerstört und geächtete Waffen sowie biologische und chemische Kampfmittel im Krieg gegen seine Bevölkerung eingesetzt wurden.“[22]

Außerdem verloren etwa 40.000 UN-Soldaten, davon 90 Prozent Amerikaner, ihr Leben im Koreakrieg. Eine Million Südkoreaner, 2,5 Millionen Nordkoreaner und eine Million Chinesen. Macht etwa 4,5 Millionen Tote, um zu entscheiden, ob Korea kommunistisch oder kapitalistisch wird. Das Verhältnis der zivilen Opfer gerechnet auf die Gesamtbevölkerung lag bei weit über 10 Prozent. In Nordkorea allein lag der Anteil sogar bei 20 Prozent.

Am 27. Juli 1953 schließen die UNO und Nordkorea in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen. Darin wird die Grenze festgelegt, die sich nahezu wieder auf dem 38. Breitengrad befindet – die Grenze, die wir heute kennen. Dazu kommt eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze, um zukünftig Provokationen beider Seiten vorzubeugen. Ohne diese Pufferzone hätten die Spannungen, die bis in die heutige Zeit reichen, vermutlich wieder einen neuen Krieg entfacht. In der entmilitarisierten Zone befindet sich heute auch die Industrieregion Kaesŏng, eine Sonderwirtschaftszone in Nordkorea bzw. eine gemeinsame Industriezone zwischen Nord- und Südkorea.

Massaker gegen Kommunisten

Vor, während und nach dem Koreakrieg gab es zahlreiche Massaker an Kommunisten und „Sympathisanten der Kommunisten“, die nach über 60 Jahren immer noch nicht richtig aufgearbeitet wurden. Häufig gibt es halbherzige Versuche, aber man will die südkoreanische Regierung und die USA nicht in Bedrängnis bringen.

Jeju-Massaker (1948)

Wegen Unterstützung von Kommunisten, Sept. 1950

Aufgrund der neuen Rechtsregierung in Südkorea, gab es erheblichen Widerstand, auch auf der südlichsten Insel Südkoreas Jeju mit etwa 300.000 Einwohnern.

„Das Massaker begann am 3. April 1948. Koreanische Truppen schlugen mit Hilfe der amerikanischen Besatzungsarmee einen angeblich kommunistischen Aufstand in Jeju nieder, der tatsächlich kaum mehr als eine Unmutskundgebung von ein paar hundert Menschen war. Der Gewaltausbruch war unvorstellbar, die Zahl der Toten ist es bis heute, dreißigtausend sagen die einen, hundertvierzigtausend sagt man auf Jeju: Frauen, Kinder und Greise. Fast jede Familie verlor jemanden, und jahrzehntelang war es streng verboten, den Massenmord auch nur zu erwähnen, den ‚Vorfall vom 3. April‘, wie es noch immer oft euphemistisch heißt.“[23]

Die Aufarbeitung des Massakers war noch bis in die 80er Jahre untersagt, für die übrigen Inselbewohner galt Berufsverbot. Präsident Kim Dae-jung rief erst 1999 eine Untersuchungskommission ins Leben.

Mungyeong Massaker (1949)

Die südkoreanische Armee tötete knapp 90 Zivilisten, darunter auch 32 Kinder, da sie im Verdacht standen Kommunisten zu unterstützen. Bis 2006 beschuldigte die südkoreanische Regierung kommunistische Guerillas. 2011 entschied der Oberste Gerichtshof Südkoreas über Entschädigungen.[24]

Massaker von Nogeun-ri (1950)

Massaker an Kommunisten in Daejon, Juli 1950

Bis 2001 verleugnet die US-Armee ein Massaker, bei dem zwischen 200 und 400 flüchtende Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder von US-Soldaten vorsätzlich erschossen wurden. „Wir haben sie einfach umgelegt“, sagte der ehemalige US-Soldat Norman Tinkler.[25] Korea ist eine Halbinsel, die Flüchtlinge konnten kaum auf Nachbarländer ausweichen und kamen automatisch zwischen die Fronten. Doch die Anweisung der US-Soldaten war: „Flüchtlinge haben die Front nicht zu überqueren. Es wird auf jeden geschossen, der versucht, die Linien zu überschreiten.“

Sinchon-Massaker (1950)

Aus Nordkorea kommt der Vorwurf, dass die Amerikaner in der nordkoreanischen Stadt Sinchon etwa 35.000 Zivilisten. Leider gibt es nicht ausreichend Untersuchungen dazu, weshalb man dieses Massaker nicht als Fakt dastehen lassen sollte. Man sollte es aber kennen, da es in Nordkorea eine große Rolle spielt.[26]

Bodo-League-Massaker (1950)

Im Sommer 1950, während des Krieges, wurden unter dem südkoreanischen Präsidenten Syngman Rhee nach Schätzungen zwischen 100.000 bis 300.000 Zivilisten in und um Taejon hingerichtet, weil sie Kommunisten, Sympathisanten oder einfach nur verdächtig waren. Es glich einer Hexenjagd. Viele wurden hingerichtet, weil sie einfach von (politischen) Gegnern beschuldigt wurden.[27] Die Tötungen wurden auch von den US-Streitkräften begrüßt, begleitet und fotografiert.[28] Häufig wurden die Opfer bewegungsunfähig zusammengebunden und ins Meer geworfen, damit sie dort ertrinken. Das war billig und effizient.

Das Bodo-League-Massaker war das größte und bekannteste Massaker im Koreakonflikt – auch hier machte man nicht mal vor Kindern halt.

Namyangju-Massaker (1950)

Zwischen 1950–1951 trieben die südkoreanischen Sicherheitskräfte etwa 460 Menschen zusammen, teilweise ganze Familien mit Kindern, die unter Verdacht standen mit Nordkorea zu sympathisieren und ermordeten sie. Erst 2008 kam es zu einer Aufklärung und einer Aufforderung an die südkoreanische Regierung sich für die Vorfälle zu entschuldigen.[29]

Ganghwa-Massaker (1951)

Anfang 1951 töteten die südkoreanischen Sicherheitskräfte in Incheon 212 bis 1300 Zivilisten.

Das Massaker wurde 2008 von der südkoreanischen Regierung anerkannt. Bis 2003 wurde es bestritten.

Sancheong-Hamyang (1951)

Im Februar 1951 tötete die südkoreanische Armee 705 Zivilisten, davon waren 85 Prozent Frauen, Kinder und Greise. Das Massaker wurde 2006 aus den Akten des südkoreanischen Nationalarchives bekannt.

Geochang-Massaker (1951)

Ebenfalls im Februar 1951 wurden 791 Zivilisten durch die südkoreanische Armee getötet, darunter 385 Kinder.

Gwangju-Massaker (1980)

Der Auftrag des südkoreanischen Militärs war es Demonstrationen und Aufstände ohne Rücksicht auf Menschenleben gewaltsam niederzuschlagen. Die Proteste richteten sich gegen die Militärdiktatur, gegen das Kriegsrecht und für die Freilassung des Oppositionspolitikers Kim Dae-jung, der spätere Präsident Südkoreas und Friedensnobelpreisträger. Bei den Protesten kamen ca. 2.000 Menschen ums Leben,[30] etwa dreitausend weitere Personen wurden verhaftet.

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Südkorea ist bis heute keine echte Demokratie, von Nordkorea ganz zu schweigen. Aufgrund der Abschottung kann man bei Nordkorea jedoch die Anzahl der politisch Gefangenen nur vermuten. In Südkorea gibt es ebenfalls willkürliche Haft für oppositionelle Politiker, Gewerkschafter Kriegsdienstverweigerer und Friedensaktivisten.

Provokation, Zwischenfälle und Krisen

Im Moment (2017) erschleicht vielen Menschen das Gefühl, dass die Koreakrise nach langer Zeit wieder aufflammt. Dabei ist die Krise immer dagewesen. Jedes Jahr gibt es Zwischenfälle und Krisen zwischen beiden Staaten. Zwischen 1966 und 1969 kam 43 US-Amerikaner, 299 Südkoreaner und 397 Nordkoreaner bei Gefechten an der Grenze beider Staaten ums Leben.[31] Das Eindringen in die demilitarisierte Zone wird aber auch unterschiedlich gewichtet. So ist das Überschreiten durch Südkoreaner in der Regel ein Versehen und bei Nordkoreanern volle Absicht. Die Grenzstreitigkeiten haben jedoch stark nachgelassen. So überschritt 2007 der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun die Grenze zu Fuß, bevor er in Pjöngjang am zweiten innerkoreanischen Gipfeltreffen teilnahm.[32]

Militärmanöver „Foal Eagle“

Seit knapp 40 Jahren findet in Südkorea jährlich das gemeinsame Militärmanöver mit den US-Streitkräften statt, das zu Spitzenzeiten mehr als eine Million Teilnehmer zählte. Nordkorea sagt, dass bei dem Manöver der Angriff auf Nordkorea geübt wird, Südkorea dementiert das.

Das Manöver sorgt jedes Jahr für Empörung in Nordkorea. Die Südkoreaner protestieren dagegen und beanstanden zu Recht, dass diese Art der Provokation nur zu Spannungen führt. Die Reaktionen darauf werden häufig als willkürliche Provokationen Nordkoreas in den Medien verbreitet. Meistens erwähnt man nur, dass Nordkorea provoziert, aber nicht den Zusammenhang mit dem Manöver im Nachbarland, von dem sich Nordkorea bedroht fühlt.

Yeonpyeong-Vorfall (2010)

Dass ein solches Militärmanöver wie „Foal Eagle“ zur Eskalation führen kann, hat der „Yeonpyeong-Vorfall“ gezeigt. Die Übung fand auf der zu Nordkorea nahegelegenen Insel Yeonpyeong statt, bei der nach Aussagen der südkoreanischen Regierung Geschosse Richtung Westen – weg von Nordkorea – gefeuert wurden. Nordkorea verstand das Manöver als Angriff und reagierte umgehend mit einem Bombardement von Yeonpyeong. Südkorea ließ das nicht unbeantwortet und schoss zurück. Hierbei starben auf beiden Seiten 5 Menschen.[33]

Südkorea verstärkte darauf das Militär auf der Insel und die USA schickten einen Flugzeugträger. Die beiden Staaten beruhigten sich erst nach Monaten und eine Reihe von Staaten bemühte sich um eine diplomatische Lösung und übernahmen die Vermittlerrolle.

Nordkorea-Krise (2013)

Im Februar 2013 werden die Sanktionen gegen Nordkorea infolge eines Atomwaffentests verschärft. Die USA empfinden den Test als Provokation und ein Bruch der Vereinbarungen. Genau wie 2017 erklärt man, dass Nordkorea einen Angriff angekündigt hatte, belegt wird das allerdings nicht.

Was in der Presse leider fehlt ist die Ankündigung des Großmanövers „Foal Eagle“, das im März 2013 in Südkorea stattfinden sollte. Die Amerikaner nutzen die Krise, um Abwehrmaßnahmen in Südkorea durchzusetzen – was sehr an 2017 erinnert.

Die Krise von 2013 ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, dass Nordkorea sich von den Manövern bedroht fühlt, was sie auch so kommunizieren, und daher regelmäßig zeigen, dass sie sich im Falle eines Angriffs verteidigen werden und können. Nordkoreas Atomwaffenprogramm wird nicht anders begründet als das der USA und der deutschen „nuklearen Teilhabe“ – es dient der Abschreckung.

Manöver-Eskalation 2014

Während des Manövers „Foal Eagle“ an der Seegrenze zu Nordkorea kam es zu einem Schusswechsel mit mehreren hundert Schüssen auf beiden Seiten. Einige Geschosse der Nordkoreaner landeten in südkoreanischen Gewässern. Laut den Medienberichten handelte es sich um eine Provokation von Nordkorea. Was man aber auch zwischen den Zeilen raus lesen kann, ist die Tatsache, dass sich dieses Manöver sehr nah an der Grenze zu Nordkorea befunden haben muss. Man kann also nicht von einer harmlosen Übung mit den Amerikanern ausgehen, sondern einer gezielten Einschüchterung.

Nordkorea-Krise (2017)

Mit dem neuen US-Präsident Donald Trump verschärfte sich sofort die bis dahin ruhige Rhetorik gegenüber China und Nordkorea.

Im Februar wird durch die westliche Presse ein nordkoreanischer Raketentest, übrigens ist es völlig normal Raketen zu testen, als Bedrohung inszeniert. Schon im März kündigten die Amerikaner ihr neues Raketenschild THAAD als beschlossene Maßnahme an, ohne mit Südkorea darüber gesprochen zu haben.[34] Nordkorea macht das, womit zu rechnen war, sie demonstrieren ihre Stärke in Form von Raketentests und geben der südkoreanischen Bevölkerung die Begründung der neuen Verteidigungsmaßnahme. Denn viele Südkoreaner sind gegen das Raketenabwehrschild.

Mögliche Befriedung des Konflikts

Vorweg – ein Friedensprozess ist oft eine höchst ungerechte Angelegenheit. Er dient weniger der Gerechtigkeit, sondern eher dem Beenden von Blutvergießen. Für die Opfer von gestern kann man nichts mehr tun, aber für die Opfer von morgen. Optionen dafür gibt es genug, ein Allheilmittel gibt es nicht. Mit der „totalen Zerstörung“ zu drohen, wie es US-Präsident Donald Trump am 19.09.2017 tat, ist nicht hilfreich.[35]

Befriedung

Rückzug ausländischer Mächte

Zurückblickend auf die Geschichte Koreas, müssen als erstes die ausländischen Mächte, allen voran die USA, sich von und aus Korea zurückziehen. Die USA bieten keine Sicherheit, sondern sind der Grund für die Unsicherheit zwischen beiden Staaten. Manöver wie „Foal Eagle“ dienen nur der Provokation und sind einzustellen.

In Südkorea allein gibt es 15 US-Stützpunkte, die meisten davon in der Nähe der nordkoreanischen Grenze. Diese müssen geräumt oder wenigstens Richtung Süden verlagert werden.

Souveränität herstellen

Nord-, aber auch Südkorea, müssen souverän werden. Die Zukunft Koreas darf nicht von anderen Staaten entschieden werden, allein schon im Bezug auf das Völkerrecht. Das geteilte Korea und der spätere Koreakrieg haben die Großmächte zu verantworten. Die Chancen für ein friedliches Zusammenleben beider koreanischer Staaten sind deutlich höher, wenn keiner der beiden mehr eine bedrohliche Großmacht im Rücken hat.

Aufnahme diplomatischer Beziehungen

Diplomatie ist ein unverzichtbares Mittel zum Aufbau guter Beziehungen und zur Befriedung zwischen den Staaten. Helmut Schmidt sagte sehr treffend: „Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen.“ Gegenseitige Drohungen müssen auf nord- und auf südkoreanischer Seite unverzüglich eingestellt werden.

Schon im Jahr 2000 wurde das erste koreanische Gipfeltreffen in Pjöngjang abgehalten. Erst sieben Jahre später gab es ein zweites Gipfeltreffen, wieder in Pjöngjang, bei dem eine Friedenserklärung zwischen beiden Staaten unterzeichnet wurde. Zuvor hatte Roh Moo-hyun als erster Präsident Südkoreas die scharfbewachte Grenze zu Nordkorea zu Fuß überschritten. Diplomatie zwischen Nord- und Südkorea ist also möglich.

Sanktionen aussetzen

Sanktionen treffen häufig nur die Bevölkerung. Sanktionen bedrohen aber die Regierung, weil der Unmut der Bevölkerung wächst. In Diktaturen führt das jedoch nicht zu friedlichen Protesten.

Eine zeitweise Aussetzung der Sanktionen würde zumindest zeigen, dass die Situation nicht völlig festgefahren ist und, dass man wohlwollend gegenüber Nordkorea steht. Bestrafungen verschärfen nur das Verhältnis. Belohnungen dagegen Motivieren und Versöhnen. Das positive Verhalten Nordkoreas zieht eine angenehme Konsequenz nach sich.

Mögliche Wiedervereinigung

Exil in Aussicht stellen

Anführer, die Gefahr laufen zur Rechenschaft gezogen zu werden, versuchen mit allen Mitteln an der Macht zu bleiben. Deshalb muss eine Alternative wie bei Erich Honecker geschaffen werden – auch wenn das ungerecht ist. Solange Kim Jong-Un mit dem Schicksal von Saddam Hussein oder Muammar al-Gaddafi rechnen muss, wird er sich nicht freiwillig zurückziehen – allein schon aus einem gesunden Überlebenswillen heraus.

Amnestie

In jedem Friedensprozess ist Amnestie zwar das ungerechteste, aber auch das effizienteste Mittel der Befriedung. Würden beispielsweise die Amerikaner folgenreiche Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen an kommunistische Koreaner erwarten, würden sie mit Sicherheit nicht aus Südkorea abziehen. Beispielsweise wurden 2017 in Kolumbien tausenden Farc-Kämpfer Amnestie gewährt.

Korea muss neutral werden

Korea ist seit 150 Jahren der Spielball der Großmächte. Jeder will ihn für sich allein haben oder zumindest verhindern, dass ihn ein anderer bekommt. Deshalb ist die Neutralität Koreas der wohl wichtigste Punkt einer möglichen Wiedervereinigung. Zudem müssten Nord- und Südkorea als vertrauensbildene Maßnahme enorm abrüsten. Hierbei sollten die USA und Russland zusammenarbeiten. Eine Mitgliedschaft in der NATO darf für Korea niemals eine Option werden. Es würde keine Sicherheit bedeuten. Ausländische Militärbasen in Korea wären absolutes Tabu. Ein Tabu-Bruch wie bei der NATO-Osterweiterung könnte sehr schnell in einem Krieg münden und wieder auf dem Rücken der Koreaner.

Der Wunsch nach Freiheit und Zusammengehörigkeit wird in Korea genauso funktionieren, wie es in Deutschland der Fall war. Es liegt nicht an den Koreanern, sondern an den Großmächten.

Literatur zum Thema

  • Bonwetsch, Bernd/Uhl, Matthias (Hrsg.): Korea – ein vergessener Krieg?, Der militärische Konflikt auf der koreanischen Halbinsel 1950–1953 im internationalen Kontext, München 2012.
  • Duus, Peter: The Abacus and the Sword. The Japanese Penetration of Korea, 1895-1910, Berkeley 1995.
  • Eggert, Marion/Plassen, Jörg: Kleine Geschichte Koreas, München 2005.
  • Friedrich, Jörg: Yalu. An den Ufern des dritten Weltkrieges, München 2007.
  • Kim, Dong-Choon: Der Korea-Krieg und die Gesellschaft, Münster 2007.
  • Savada, Andrea Matles/Shaw, William: World War II and Korea, 1990.
  • Seth, Michael J: A History of Korea: From Antiquity to the Present, 2010.
  • Steininger, Rolf: Der vergessene Krieg. Korea 1950–1953, München 2006.
  • Stöver, Bernd: Geschichte des Koreakriegs – Schlachtfeld der Supermächte und ungelöster Konflikt Taschenbuch, München 2015
  • Werning, Rainer/Song, Du-Yul: Korea – Von der Kolonie zum geteilten Land, Wien 2013.

[1] Marius B. Jansen, The Making of Modern Japan, Harvard University Press 2002.
[2] Peter Duus: The Abacus and the Sword. The Japanese Penetration of Korea, 1895-1910, Berkeley 1995, S. 48f.
[3] Marion Eggert, Jörg Plassen: Kleine Geschichte Koreas. Verlag C.H. Beck, München 2005, ISBN 978-3406528415
[4] Marius B. Jansen, Harvard University Press 2002, The Making of Modern Japan S. 335, ISBN 0-6740-0334-9
[5] Michael J Seth: A History of Korea: From Antiquity to the Present.. Rowman & Littlefield Publishers, 2010, ISBN 978-0742567160
[6] Zhaojin Ji: A History of Modern Shanghai Banking, 2002, S. 69
[7] Richard Connaughton: Rising Sun and Tumbling Bear: Russia‘s War With Japan. Cassell, 2003, ISBN 0-304-36184-4.
[8] Rotem Kowner: Historical Dictionary of the Russo-Japanese War. Scarecrow, 2006, ISBN 0-8108-4927-5.
[9] Andrew Grajdanzev: Modern Korea, The Haddon Craftsmen, Inc., 1944.
[10] James, H. Grayson: Christianity and State Shinto in Colonial Korea: A Clash of Nationalisms and Religious beliefs. In: DISKUS. Band 1, Nr. 2, 1993.
[11]  http://awf.or.jp/e2/index.html
[12] Ansprache vom japanischen Premierminister Shigeru Yoshida’ auf der San Francisco Friedenskonferenz, http://worldjpn.grips.ac.jp/documents/texts/JPUS/19510907.S1E.html
[13] Soviet-Japanese Neutrality Pact April 13, 1941., http://avalon.law.yale.edu/wwii/s1.asp
[14] Konferenz von Jalta, in: Weltgeschichte der Neuzeit, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2005, ISBN 3-89331-606-X, S. 304.
[15] Andrea Matles Savada und William Shaw: World War II and Korea. 1990.
[16] Resolution 82, Complaint of aggression upon the Republic of Korea, vom 25. Juni 1950, http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=S/RES/82(1950)
[17] Washington Post, U.S. Policy Was to Shoot Korean Refugees, 29. Mai 2006, http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/05/29/AR2006052900485_3.html
[18] Diego F. Zampini: Rote Asse über Nordkorea. Fliegerrevue Extra Nr. 22. September 2008.
[19] Rainer Blasius: Stalins unerklärter Krieg. Die Vereinigten Staaten und das geteilte Korea 1950 bis 1953, FAZ vom 18. Juli 2006, S. 7.
[20] Bruce Cumings: Der Vernichtungsfeldzug der U.S. Air Force: Napalm über Nordkorea, in: Le Monde diplomatique. Berlin/Zürich, Dezember 2004
[21] Jörg Friedrich: Yalu. An den Ufern des dritten Weltkrieges. Propyläen Verlag, München 10/2007
[22] Aus: Junge Welt, Vor einem Weltkrieg,  Ausgabe vom 09.08.2017, Seite 6 / Ausland, https://www.jungewelt.de/artikel/315998
[23]  Jacob Strobel y Serra, FAZ, 21. Oktober 2004.
[24] The Korea Times, Compensation claim period limitless for inhumane state crimes, 08.09.2011.
[25] Spiegel Online, US-Kriegsverbrechen in Korea – „Wir haben sie einfach umgelegt“, 25.07.2006.
[26] Khiem and Kim Sung-soo: Crime, Concealment and South Korea. Japan Focus, 2008.
[27] John Tirman, The Deaths of Others: The Fate of Civilians in America‘s Wars. Oxford University. 2011.
[28] BBC News, New evidence of Korean war killings, UK 21.04.2000.
[29] Charles J. Hanley. „Children ‚executed‘ in 1950 South Korean killings“. San Diego Union-Tribune. 2012.
[30] Opposition und Widerstand. In: Korea. terre des hommes, 1988, S. 24.
[31] Daniel Bolger: Scenes from an Unfinished War: Low intensity conflict in Korea 1966–1969. Diane Publishing Co, 1991
[32] Tagesspiegel, Schritt über die Grenze, 02.10.2007.
[33] In: tagesschau.de, Peter Kujath: Nord- und Südkorea liefern sich Feuergefecht, 23.11.2010.
[34] U.S. Department of Defense, https://www.defense.gov/News/Article/Article/1102331/
[35] Donald Trump: „Die USA haben große Stärke und Geduld, aber wenn sie gezwungen sind, sich oder seine Alliierten zu verteidigen, werden wir keine andere Wahl haben, als Nordkorea komplett zu zerstören. Der Rocket Man (Raketenmann) ist auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime. Die USA sind bereit, Willens und in der Lage, aber das wird hoffentlich nicht nötig sein. Darum gibt es die Vereinten Nationen. Dafür sind die Vereinten Nationen da.“